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Ein junges Zeugnis fränkischen Baustils in Wert gesetzt – so bietet ein Wohnbereich das Raumgefühl einer Tenne

Ehemailge Scheune Sandsteinmauerwerk im Erdgeschoss, Fachwerkfassade im Obergeschoss und steilem Satteldach und zwei neuen Schleppgauben. Vor der Giebelwand zwei Männer beim Pflastern.

Dieses private Bauvorhaben wurde mit dem "Staatspreis 2009 - Dorferneuerung und Baukultur" ausgezeichnet und erhielt eine Anerkennung. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat aus diesem Anlass das Projekt in einer Dokumentation mit folgendem Inhalt gewürdigt:

Es ist eines der letzten Gebäude des Dorfes, das in typisch fränkischer Bauweise gebaut ist. Das Grundmauerwerk ist aus Sandstein und die Fassade zum Hof enthält Fachwerk. 1951 wurde das Gebäude errichtet und war zuerst Milchviehstall und Scheune. Ab 1970 wurde es bis 2003 als Getreidespeicher genutzt, bis schließlich der Gesamtzustand sehr zu wünschen übrig ließ. Ein Abreißen des Gebäudes, das sein Großvater gebaut hatte, kam aber für den Haupterwerbslandwirt nicht in Frage. Nun befinden sich eine großzügige Wohnung, ein Büro, Heizung und Hackschnitzeldepot darin.

Großzügiges Wohnzimmer: Fußboden mit Klinkerplatten; Decke mit sichtbaren Decken- und Stützbalken. Wenig Mobilar schafft zusätzlich räumliche Großzügigkeit.

Leitziel bei der Planung war die Wohnung mit auch modernen Elementen. So führt eine Metalltreppe mit Holzstufen ins Dachgeschoss. Im Erdgeschoss sorgt eine moderne Fensterfront für viel Licht am Esstisch mit weitem Blick in die Landschaft. Herzstück des Heimes ist der sehr großzügige und bis zum Dach offene Wohnbereich. So wollte sich der Bauherr sein Raumgefühl erhalten, wie er es vom Arbeiten in der Tenne kannte. Neu sind die Decke des Dachgeschosses und die Gauben, die bei der Sanierung des Dachstuhls eingebaut wurden. Von großem Vorteil war, dass der Bauherr nicht unter Zeitdruck stand und seine Vorstellungen immer reifen lassen konnte. Als Eigenleistung brachte er die Entkernung des Gebäudes ein. Die Außenanlagen will der Bauherr nun Zug um Zug selbst gestalten, wenn es die Beanspruchung durch den landwirtschaftlichen Betrieb zulässt.

Die Intention des Bauherrn, wertvolle alte Gebäude neu in Wert zu setzen, entspricht dem Geist der Familie. So wurde bereits das Sandsteinhaus der Großeltern saniert. Ein neues Werkstatt- und Wohngebäude orientiert sich am Baustil des abgebrochenen Gebäudes. Unverändert ist bislang die Maschinenhalle mit Scheune geblieben. Alle vier Gebäude stehen in einer Anordnung, die man als Vierseithof bezeichnen kann. Ein fünftes Gebäude des Hofes, sein Elternhaus, steht etwas seitlich.

Dorferneuerung Gonnersdorf, Lkr. Fürth

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