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Zwei Nachbardörfer mit und ohne Strukturwandel – so hilft Ländliche Entwicklung beiden maßgeschneidert

Spielplatz: Zwei Kinder in Schaukeln. Zwei weitere klettern am Sprossensteig (Stehleiterform). Im Hintergrund sitzen zwei Mütter auf Bänken mit Tisch in einer Wiese mit blühendem Löwenzahn.
Zum Gemeindehaus umgenutzte Schule mit rosa Fassade. Vor dem überdachten Eingangsbereich Kinder und Erwachsene. Rechts davon beginnender Hauptbaukörper, links davon Anbau mit flachem Satteldach.
Neuer Badesee. Fünf Kinder balancieren stehend auf dem aufgeblasenen Luftschlauch eines großen Nutzfahrzeugreifens. Daneben Kleinkind mit Schwimmflügeln unter Aufsicht seiner Mutter.
Eingegrünter Graben mit starkem Gefälle und Mündung in den Haselbach. Die Sohle des nicht ständig wasserführenden Grabens schützen unbehauene Steine vor Erosion.
Traktor fährt steilen Wirtschaftsweg hinauf. Die Weg ist mit Rasengittersteinen befestigt und seine Trasse verläuft schräg zum Hang.

Die Dorferneuerung und Flurneuordnung Kleinhaslach, Markt Dietenhofen, Lkr. Ansbach wurde mit dem Staatspreis - Sonderpreis 2007/2008 in der Kategorie „Umfassende gemeinschaftliche und öffentliche Leistungen“ ausgezeichnet. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat zu diesem Anlass das Projekt mit folgendem Inhalt gewürdigt:

Kleinhaslach und Kehlmünz verbindet das Gemeinschaftsleben und trotzdem spiegeln sie das Spannungsfeld des ländlichen Raumes wider. Kehlmünz mit knapp 50 Einwohnern hat seine landwirtschaftliche Prägung beibehalten. In Kleinhaslach mit seinen etwas über 200 Einwohnern hat sich durch das außerordentlich gute Arbeitsplatzangebot Dietenhofens und die gute Lage an der Verkehrsachse Ansbach–Nürnberg zum Wohndorf verändert. Trotzdem war die Ländliche Entwicklung für beide Dörfer der geeignete Partner zur Selbsthilfe, um einerseits mehr Lebensqualität und andererseits mehr Wertschöpfung in der Landwirtschaft zu erreichen.


Gemeinschaft leben

In punkto Lebensqualität durch Gemeinschaftsleben waren Bürger von Kleinhaslach und Kehlmünz an die Grenzen ihrer räumlichen Möglichkeiten gestoßen. Während die Vereine ihrem Treffpunkt im Dorfwirtshaus treu bleiben konnten, suchten kirchliche und soziale Interessen eine eigene Stätte der Entfaltung, und sie fanden sie in der ehemaligen Volksschule. In der Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde und mit äußerst kräftigem Zupacken der Dorfbewohner wurde sie saniert, um- und angebaut. Heute ist die ehemalige Schule Gemeindehaus mit Hausmeisterwohnung und bietet Räumlichkeiten für den Kirchenchor, die Mutter-Kind-Gruppe, den Kindergottesdienst, private Feierlichkeiten und Vieles andere mehr.

Neben dem Gemeindehaus ist ein weiteres Zentrum des Gemeinschaftslebens entstanden. Seit der Fertigstellung des Dorfweihers im Jahre 2000 feiert die Dorfgemeinschaft dort alljährlich ein zünftiges Weiherfest. Im Sommer ist er beliebter Badeweiher mit Wiesenflächen zum Sonnenbaden im Umfeld. Für Feste und zur Pflege von Traditionen wie das Aufstellen eines Kirchweihbaumes wurde nebenan ein Festplatz neu geschaffen. Für den Nachwuchs ist ein Spiel- und Bolzplatz entstanden, an dem jedes Jahr feierlich ein Kindermaibaum aufgestellt wird. Fazit: Das soziale und kulturelle Leben der Kehlmünzer und Kleinhaslacher wurde gefestigt und bietet jetzt weit mehr Entfaltungsmöglichkeiten. Geschätzt wird dabei der neue Fahrradweg zwischen den beiden Dörfern. Erfreulich: Die Neubürger Kleinhaslachs sind im Gemeinschaftsleben integriert, auch dank des Dorferneuerungsprojektes.

Planungsspielraum schaffen

Zeitgleich mit der Dorferneuerung wurde eine Flurneuordnung durchgeführt. Nur so konnte mit dem Bodenmanagement das neue Gemeinschaftszentrum so konzentriert und gut positioniert werden. Das Bodenmanagement hat aber nicht nur dafür den notwendigen Planungsfreiraum geschaffen, sondern es stand auch sehr stark im Dienste öffentlicher Interessen. Durch den Landzwischenerwerb der Teilnehmergemeinschaft konnten sechs Hektar für die Kleinhaslacher Ortsumgehung im Zuge der neuen Kreisstraße AN 26 sowie elf Hektar für sechs Kilometer Uferstreifen an der Haslach bereitgestellt werden. Zur Erhaltung und Gestaltung der Kulturlandschaft waren mit weiteren neun Hektar ein wichtiger Beitrag zu einem stabilen Biotopverbundsystem sowie Rückhaltemaßnahmen gegen die Boden- und Wassererosion in den Hanglagen möglich. Für den „Markgrafenweg“ von Ansbach nach Nürnberg wurde mit Nachbargemeinden die Führung von Wirtschaftswegen zur Schließung einer Lücke im „Bayernnetz für Radler“ abgestimmt.

Arbeitsplatz Landwirtschaft

Kleinhaslach und Kehlmünz liegen im nur etwa 500 Meter breiten Talraum des Haselbaches. Auf beiden Seiten schließen sich Hanglagen mit Grünland und Äckern, in den Steillagen mit Wäldern an. Danach bietet die Landschaft weite Hochflächen, die landwirtschaftlich intensiv genutzt sind. Speziell der Talraum, einerseits schön anzusehen und typisch für das Frankenland, andererseits aber schwierig für den einen Neben- und die fünf Haupterwerbsbetriebe in Kehlmünz. Ein wichtiger Faktor für deren Zukunft sind die erreichten betriebswirtschaftlichen Verbesserungen durch die Flurneuordnung, besonders was die Größe und die Erreichbarkeit der Wirtschaftsflächen betrifft. So reduzierten sich durch die Zusammenlegung knapp 800 Grundstücke auf etwa 260. Vielfach konnten zugepachtete Flächen neben eigene Wirtschaftsflächen gelegt werden. Elf Kilometer bedarfsgerecht befestigte Feldwege mindern zusätzlich Anfahrtszeiten und Materialverschleiß.


Dorferneuerung und Flurneuordnung Kleinhaslach, Markt Dietenhofen, Lkr. Ansbach


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